Wie lässt sich feststellen, dass mit der geistigen Leistungsfähigkeit etwas nicht stimmt? Ab wann ist eine Früherkennung möglich? Es gibt eine Reihe von Warnzeichen, die uns dazu bewegen sollten, zwecks Früherkennung einen Arzt aufzusuchen. Das Vorliegen solcher Warnzeichen beweist jedoch noch nicht, dass jemand eine Demenz hat. Um zu einer zuverlässigen Diagnose zu kommen, sind vertiefte medizinische Abklärungen und neuropsychologische Tests unerlässlich.

Krankhafte Veränderungen im Gehirn lassen sich nur schwer von einem normalen Rückgang der geistigen Fähigkeiten im Alter unterscheiden. Dass man mit steigendem Alter Informationen etwas langsamer verarbeitet und neue Dinge nicht mehr so einfach lernt, ist normal.

Es kommt auch vor, dass sich die geistige Leistungsfähigkeit verschlechtert hat, ohne dass eine Demenz vorliegt. Man nennt dies in der Fachwelt eine „leichte kognitive Beeinträchtigung“. Eine solche muss zu einem späteren Zeitpunkt neu beurteilt werden. In einigen Fällen, aber längst nicht immer, entwickelt sich diese später zu einer Demenz.

Warnzeichen einer möglichen Demenz

  • Vergesslichkeit
  • Sprachliche Verarmung
  • Räumliche und zeitliche Orientierungsprobleme
  • Schwierigkeiten bei praktischen Alltagstätigkeiten
  • Probleme mit Planung, abstraktem Denken und Einschätzung der Situation
  • Stimmungsschwankungen
  • Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens
  • Wahnhafte Vorstellungen
  • Antriebslosigkeit


Früherkennung
Diese Liste von Warnzeichen zeigt, dass die geistigen Einbussen längst nicht allein das Erinnerungsvermögen betreffen. Alle Gehirnfunktionen können davon betroffen sein: Planung, Ausführung, Fähigkeit zu abstraktem Denken, Fähigkeit, eine Situation richtig einzuschätzen.

Wenn Sie solche Warnzeichen an sich oder an Angehörigen feststellen, bedeutet dies nicht automatisch, dass Sie an einer Demenz erkrankt sind. Auch andere Krankheiten, die einer Demenz ähnlich sind, u.a. Übermüdung oder Stresssituationen, hormonelle Störungen, Fehlernährungen, Infektionen, Hirnblutung, können für den Rückgang der geistigen Leistung verantwortlich sein. Die Diagnose ist schwierig. Selbsttests sollten deshalb höchstens dazu dienen, sich von der Notwendigkeit eines Arztbesuches zu überzeugen und keinesfalls, eine Selbstdiagnose zu stellen.

Die Entwicklung einer Demenz ist schleichend. Veränderungen von Fähigkeiten und Verhaltensweisen müssen immer im Vergleich zu früher gesehen werden. Wenn Sie diesbezüglich Zweifel haben oder sich Sorgen machen, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Es ist wichtig, genau abzuklären, wodurch die Symptome, die Ihnen auffallen, verursacht werden, damit die Störung optimal behandelt werden kann.